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5.09.2009
Diphtherie, Wundstarrkrampf und Kinderlähmung
Bis zur Einführung der Schutzimpfung gegen Kinderlähmung erkrankten in Deutschland in jedem Jahr mehrere Tausend Menschen an einer Kinderlähmung, von denen mehrer Hundert starben. Seit Einführung der Schutzimpfung vor mehr als 35 Jahren gingen die Erkrankungszahlen ständig zurück und seit vielen Jahren werden keine oder nur sehr wenige Erkrankungen an Kinderlähmung beobachtet. Die meisten Erkrankungen wurden von ungeimpften Reisenden aus Ländern eingeschleppt, in denen die Poliomyelitis auch heute noch weit verbreitet ist (z.B. verschiedene Länder Asiens und Afrikas). Die aus diesen Ländern durch Urlauber eingeschleppten Krankheitserreger könnten sich in einer Bevölkerung, die nicht mehr gegen Kinderlähmung geimpft wird, sehr rasch ausbreiten und damit zu einem Wiederaufflackern der Erkrankung führen. Die Schutzimpfung gegen Kinderlähmung muss also auch heute und in naher Zukunft konsequent durchgeführt werden! Weltweit versucht man, die Polio durch systematische Impfungen auszurotten.
Der Kombinationsimpfstoff Td-IPV ist für Impfungen ab dem sechsten Lebensjahr ge-eignet. Empfohlen wird er für die im Impfkalender vorgesehenen Auffrischimpfungen im 11. bis 18. Lebensjahr sowie für eventuell notwendige weitere Auffrischungs-impfungen (z.B. vor Fernreisen) im Erwachsenenalter. Er kann aber auch zur Grundimmunisierung bisher Ungeimpfter eingesetzt werden. Zur Auffrischimpfung genügt in der Regel eine einmalige Injektion, zur Grund-immunisierung werden insgesamt drei Impfdosen verabreicht: zwei im Abstand von vier bis acht Wochen und eine dritte nach sechs bis zwölf Monaten. Die kombinierte Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung kann gleichzeitig mit anderen Impfungen vorgenommen werden. Zeitabstände zu anderen Impfungen brauchen nicht eingehalten zu werden. Wenn man einen Impftermin verpasst hat, kann die Impfung problemlos später nachgeholt werden.
Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Krankheit mit Fieber leidet, soll nicht geimpft werden. Wenn nach einer früheren Impfung gegen Tetanus und/oder Diphtherie (einzeln oder in Kombination mit Impfungen gegen andere Krankheiten) Krankheitssymptome aufgetreten waren, sollten Sie darauf hinweisen, ebenso bei Vorliegen von chronischen Krankheiten. Impfungen während der Stillzeit sind möglich, während einer Schwangerschaft werden grundsätzlich nur zu diesem Zeitpunkt wirklich notwendige Impfungen durchgeführt.
In den ersten 48 Stunden nach der Impfung kann es bei bis zu 20 % der Patienten an der Impfstelle zu Rötung, Schwellung und leichten Schmerzen kommen, die oft ein bis zwei Tage anhalten. Außerdem kann es in seltenen Fällen (etwa 1 % zu einer leichten Temperaturerhöhung mit Abgeschlagenheit und Muskel- und Gelenk-schmerzen sowie Magen-Darmbeschwerden kommen. Die Symptome gehen meist rasch und ohne Folgen vorbei. Sehr selten kann eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Bestandteile des Impfstoffs in Form von Nesselfieber und anderen, auch schweren, allergischen Erscheinungen auftreten, die nach kurzer Zeit wieder abklingen. Noch seltener kann es zu Nervenerkrankungen kommen.
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