5.09.2009

Zur Schutzimpfung gegen

Masern, Mumps und Röteln

Masern, Mumps und Röteln sind weit verbreitete Erkrankungen, die durch Infektionen mit Viren (Masernvirus, Mumpsvirus, Rötelnvirus) hervorgerufen werden und vorwiegend im Kindesalter aber auch bei Erwachsenen auftreten. Da die Schutzimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln meistens kombiniert, d.h. durch ein Gemisch der drei Impfstoffe in einer Spritze, durchgeführt werden (sog. MMR-Impfung) werden diese Krankheiten und Impfungen im Folgenden gemeinsam besprochen. Es gibt keine Medikamente, mit denen Masern, Mumps oder Röteln geheilt werden können. Vor diesen Erkrankungen schützt nur die rechtzeitig und konsequent durchgeführte MMR-Impfung.

MASERN sind eine häufig schwer verlaufende Krankheit, die leicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Sie geht mit hohem Fieber, Husten, Bindehautentzündung und einem typischen Hautausschlag (Exanthem) einher; die Erkrankung dauert etwa zwei Wochen. Häufig treten als Komplikationen Lungenentzündungen (2-9 % sowie Mittelohrentzündungen (2-15 % auf. Bei etwa einem von 1.000 bis 2.000 Masernkranken tritt eine Hirnentzündung (Enzephalitis) auf, die in Einzelfällen zu bleibender geistiger und körperlicher Behinderung führen kann. Es stirbt einer von 500 bis 3.000 Erkrankten, in Deutschland 10 Menschen im Jahr. Erwachsene sind durch Masern besonders gefährdet, bei ihnen treten gehäuft Komplikationen auf.

MUMPS ist eine Viruserkrankung, die mit Fieber, Kopfschmerzen und einer Schwellung der Ohr-Speicheldrüsen („Ziegenpeter“) einhergeht. Bei zumindest jedem zehnten Mumpskranken tritt zusätzlich eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) und gelegentlich des Gehirns („Enzephalitis“) auf. Eine zwar seltene, aber typische Komplikation der Mumps ist der Hörverlust. Bei jedem vierten Jugendlichen oder erwachsenen Mann tritt eine Schwellung und Entzündung der Hoden auf, die selten auch zur Unfruchtbarkeit führen kann.

RÖTELN sind eine meist leicht verlaufende Viruserkrankung, die mit Fieber, Hautausschlag (Exanthem) und Lymphknotenschwellungen einhergeht. Treten Röteln während der Schwangerschaft auf, so kann die Infektion auf das Kind im Mutterleib übergehen und insbesondere Missbildungen an Auge und Ohr, am Herzen sowie im Gehirn verursachen. Nicht selten verläuft die Infektion mit Rötelnviren jedoch ohne Krankheitserscheinungen; auch diese Menschen sind aber für ihre Umgebung ansteckungsfähig.

Der Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff besteht aus abgeschwächten, lebenden Viren der drei Arten, die sich im Geimpften vermehren; der Impfstoff wird gespritzt (in einen Schultermuskel oder bei Marcumar-Patienten unter die Haut).

 

WER UND WANN SOLL GEIMPFT WERDEN?

Die kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung wird allen Kindern (Jungen und Mädchen) ab Beginn zwischen dem 11. bis 14. Lebensmonat empfohlen, eine Auffrischung erfolgt mit 15 bis 23 Monaten. Eine zu diesem Zeitpunkt versäumte Impfung kann zu jedem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Steht bei einem Kind die Aufnahme in eine Kinderbetreuungseinrichtung an, kann die erste MMR-Impfung auch vor dem zwölften – jedoch nicht vor dem neunten – Lebensmonat gegeben werden. Um einen sicheren Impfschutz zu garantieren, sind beide Impfungen notwendig. Die MMR-Wiederimpfung kann bereits vier Wochen nach der Erstimpfung erfolgen.

HINWEIS: Die ständige Impfkommission der Ärzteschaft empfiehlt nicht mehr die Rötelnimpfung aller Mädchen ab dem elften Lebensjahr. Stattdessen soll bei allen Jugendlichen zwischen dem elften und 18. Lebensjahr geprüft werden, ob sie bereits zwei MMR-Impfungen erhalten haben. Ist dies nicht geschehen, wird die zweite MMR-Impfung so früh als möglich nachgeholt, spätestens jedoch bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Durch die zweimalige Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln aller Kinder, d.h. Mädchen und Jungen, wird verhindert, dass die Viren weiter in der Bevölkerung kreisen und z.B. ein Junge eine Schwangere ansteckt. Die Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung von Personen, die bereits gegen eine oder mehrere dieser Krankheiten immun sind, ist risikolos.

 

WER SOLL NICHT GEIMPFT WERDEN?

Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Krankheit mit Fieber leidet, soll nicht geimpft werden. Menschen mit einer Immunmangelkrankheit – angeboren, erworben oder durch Medikamente bedingt – fragen uns am besten, ob in diesem Fall eine Impfung angezeigt ist.

Die MMR-Impfung soll nicht bei Personen vorgenommen werden, die innerhalb der letzten drei Monate Immunglobulin (Gammaglobulin) erhalten haben oder bei denen im gleichen Zeitraum eine Blutübertragung (Bluttransfusion) vorgenommen wurde. (Durch die hierbei übertragenen Schutzstoffe /Antikörper gegen die genannten Viren kann die Wirkung ausbleiben). Wird eine MMR-Impfung bei Erwachsenen geplant, so ist zu beachten, dass sie nicht bei Schwangeren vorgenommen werden soll, da möglicherweise ein – lediglich theoretisches, praktisch jedoch nicht nachgewiesenes – Risiko des Kindes im Mutterleib durch das Impfvirus droht. Aus dem gleichen Grund ist für die Dauer von mindestens drei Monaten nach der Impfung eine Schwangerschaft zu vermeiden.

 

VERHALTEN NACH DER IMPFUNG

Die Impfviren werden nicht auf Kontaktpersonen übertragen; die Impfung eines Kindes ist also risikolos, auch wenn in der Umgebung eine Schwangere lebt.

 

MÖGLICHE REAKTIONEN NACH DER IMPFUNG

Während oder kurz nach der Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung kann bei 5 von 100 Geimpften ein leichtes Brennen oder ein Rötung an der Impfstelle auftreten, etwa acht bis zwölf Tage nach der Impfung kann es bei 5 bis 15 von 100 Geimpften zu einer kurz andauernden Temperaturerhöhung kommen. Außerdem treten gelegentlich ein leichter Hautausschlag (Exanthem), Lymphknotenschwellungen und sehr selten auch eine mumpsähnliche Erkrankung auf. Diese Impfreaktionen verlaufen leicht und machen in der Regel keine ärztliche Behandlung erforderlich. Der Impfarm sollte für 24 Std. möglichst geschont werden. Bei weniger als 1 von 1.000 geimpften Säuglingen kann es zu Fieberkrämpfen kommen.

 

IMPFKOMPLIKATION

Die Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung ist eine sichere Schutzimpfung. Sehr selten kommt es zu anhaltenden Gelenkentzündungen oder Entzündungen der Ohren, der Hirnhäute oder der Bauschspeicheldrüse.

 

Wenn Sie irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome
beobachten, sollten Sie sich diesbezüglich umgehend vorstellen.

 

 
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